Natur

Natur-Paradiese in Russland

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Mehr als 100 Naturschutzgebiete, Nationalparks und Reservate gibt es zwischen der Tiefebene im Westen Russlands und den Feuerbergen auf Kamtschatka im Osten. Die Dokumentation „Russlands versteckte Paradiese“ führt durch eine spektakuläre Auswahl der unberührten Natur des riesigen Lands.

 

Kurische Nehrung

Die Kurische Nehrung ist eine 98 km lange, dünne, gebogene Halbinsel, die das Kurische Haff von der Ostsee trennt. Sein südlicher Teil liegt im Gebiet Kaliningrad (Russland) und sein nördlicher Teil im Südwesten von Litauen. Die hauptsächlich aus Sanddünen bestehende Halbinsel gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Die älteste ornithologische Forschungsstation der Welt hat hier ihren Sitz (Vogelwarte in Rybatschi) und beobachtet seit mehr als 100 Jahren das Treiben der Vögel. Denn für Zugvögel ist die Nehrung ein beliebter Rastplatz auf ihren Reisen zu den Brutgebieten im hohen Norden und zu den Winterquartieren im Süden.

Kamtschatka

Der Kurilensee ist ein Calderasee auf der russischen Halbinsel Kamtschatka (ganz im Osten von Sibirien) unweit deren Südspitze. Der Kurilensee ist über den Fluss Osjornaja nach Westen mit dem Ochotskischen Meer (Pazifischen Ozeans) verbunden.
Diese Gegend ist ein Paradies für die größten Braunbären der Welt. Zur Zeit der Lachswanderung finden sie hier Nahrung im Überfluss. Eine engagierte Anti-Wilderer-Einheit hat die etwa 500 Bären im Blick und sorgt für ihre Sicherheit. Zuvor haben Wilderer immer wieder Jagd auf die Braunbären gemacht und einen florierenden Markt für Bärenprodukte in China bedient.

Franz Josef Land

Franz-Josef-Land ist eine Inselgruppe im Nordpolarmeer nördlich der großen Doppelinsel Nowaja Semlja und gehört zur Oblast Archangelsk in Russland.

 

Halbinsel Jamal

Die Jamal-Halbinsel (auch Samojeden-Halbinsel genannt) befindet sich in Nordwest-Sibirien Sie gehört zum Autonomen Kreis (etwa 0,5 Mio Einwohner) der Jamal-Nenzen. Hier entstanden erst in jüngster Zeit riesige Krater, wahrscheinlich durch Methangas-Explosionen.

In der Sprache der Nenzen bedeutet Jamal „Ende der Welt“. Seit Jahrhunderten setzt sich dieses nomadische Volk mit den Widrigkeiten ihrer Umwelt auseinander.
Zu den Vollnomaden zählen die 1000 bis 2000 Waldnenzen auf der schwer erreichbaren westsibirischen Jamal-Halbinsel. Sie leben zumeist in Familienverbänden und ziehen so mit ihren Rentierherden umher: Im Winter durch die südliche Taiga und in den warmen Sommermonaten durch die Tundra bis an die Küste des Polarmeeres

Die Sprache der Nenzen ist der uralischen Sprachfamilie zugeordnet, so dass sie neben anderen Minderheitensprachen in Russland auch mit einigen in Europa gesprochenen Nationalsprachen – nämlich Finnisch, Estnisch und Ungarisch – in Verbindung steht.
Ein Wort ist in die europäischen Sprache eingewandert: „Parka“, die traditionelle lange, kapuzenartige Jacke, die aus Häuten und manchmal aus Pelz besteht.
Die schriftlose Sprache der Wald-Nenzen und die verschriftete Sprache der Tundra-Nenzen sind wechselseitig verständlich.
Ein übergreifendes Merkmal der Nenzensprachen ist die Einführung einer systematischen Palatalisierung fast aller Konsonanten.

Anmerkung: Unter der Palatalisierung versteht die Phonetik die „Erweichung“ eines Konsonanten durch Anhebung der Zunge gegen den Vordergaumen (lat.: palatum). Ein so ausgeprägter Konsonant hat sozusagen eine sekundäre Artikulation im harten Gaumen.
So besteht rein phonetisch auch im Deutschen ein schwacher Unterschied zwischen /k/ in Kuh und in Kiel. Bei der Aussprache des /k/ im Kiel bewegt sich die Zunge in Vorwegnahme des /i/ in Richtung des harten Gaumens. Jedoch ergibt sich bei „falscher“ Verwendung des jeweils anderen Lautes keinerlei Bedeutungsunterschied. Siehe auch Musik und Sperling oder auch Senf, Hanf, Fünf mit [nf] oder [mf] sowie liegen [ˈliːɡən] und legen [ˈleːɡən].

 

Baikalsee

Der Baikalsee ist ein See in Sibirien der mit seiner Umgebung seit 1996 zum UNESCO Weltnaturerbe zählt. Er ist mit 1642 Metern der tiefste und mit mehr als 25 Millionen Jahren der älteste Süßwassersee der Erde. Sein Abfluss, die Angara, fließt über den Jenissei in die Karasee des Polarmeeres.
Die Baikalrobbe (Pusa sibirica) ist die einzige ihrer Art die im Süßwasser lebt. Es besteht eine enge Verwandtschaft mit der Eismeer-Ringelrobbe (Pusa hispida hispida).

 

Kaukasus

Der Kaukasus ist ein etwa 1100 Kilometer langes und etwa 160 Kilometer breites, von Westnordwest nach Ostsüdost verlaufendes Hochgebirge in Eurasien zwischen dem Schwarzem Meer und dem Kaspischem Meer. Er befindet sich auf den Territorien Russlands, Georgiens, Armeniens, Irans und Aserbaidschans.
Sein höchster Gipfel ist mit 5627 Metern der Mount Elbrus. Die Berge in der Nähe von Sotschi waren Austragungsort für einen Teil der Olympischen Winterspiele 2014.

In der kaum erschlossenen Republik Nordossetien-Alanien gibt es zahlreiche Bergwälder die von von Maralhirschen, Rehen und Wildschweinen bevölkert werden. Die großen Raubtiere der Kaukasusregion sind Wölfe, Braunbären und Luchse. Darüber hinaus durchstreifen noch einzelne Leoparden die Region. Im Nordossetischen Naturreservat hält sich zudem eine kleine Population des Wisents, der hier wiederangesiedelt wurde.