Wirtschaft

Kindersklaven in Indien – Auch deutsche Firmen profitieren

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indien kinderarbeit kindersklavenDie Welt ist ein globaler Marktplatz und gekauft wird, was am günstigsten ist. Ob die Produkte dann von Kindersklaven in Indien gefertigt wurden ist in erster Linie mal gar nicht auf Anhieb nachvollziehbar und in zweiter Linie wirtschaftlich auch nicht immer gewollt zu unterscheiden. Tatsache ist nämlich, dass auch deutsche Firmen von günstigen Produkten profitieren, die von Kindersklaven in Indien gefertigt wurden. Seien es günstige Pflastersteine welche von minderjährigen Kindern in mühsamer Handarbeit in einem indischen Steinbruch gehauen werden oder bunt glitzernde Kugelschreiber und Schmuckdosen, welche bei uns für 1,90 € im Katalog bestellt werden können.

Zertifikate und Bescheinigungen von Firmen, dass ihre Produkte ohne Kinderarbeit gefertigt wurden sind oftmals nicht das Papier wert auf dem sie geschrieben wurden. In der Doku werden auch indische Regierungsbeamte zitiert die sagen

„Unsere Beamte haben vielleicht gerade genug Budget um mit dem Fahrrad eine Fabrik in der Stadt zu besichtigen, aber sie können es sich  nicht leisten zu einem Steinbruch aufs Land hinaus zu fahren.“

Auch wenn deutsche Unternehmen sich die Betriebe persönlich ansehen kann nicht garantiert werden, dass alles so ist wie es scheint. Für gute Investoren werden die Kinder auch mal kurz von ihrem Arbeitsplatz weggeschickt, damit der deutsche Unternehmer auch ja ein gutes Bild im Kopf hat und guten Gewissens nach Hause zurückfliegen kann. Business Class natürlich …

Kindersklaven in Indien
(WDR, 2008)

 

 

6 Comments

  1. Thomas

    22. Februar 2009 at 00:44

    Ich habe mir diese Dokumentation gerade angesehen, und möchte nun einen Kommentar schreiben. Aber es scheint so als wäre das leichter gesagt als getan.

    Weshalb soll man eigentlich seine Meinung dazu schreiben. Doch eigentlich um anderen davon zu berichten, was man über diese Situation denkt.
    Vielleicht um manch einem klar zu machen, dass dies tatsächlich geschieht, oder zu zeigen, ja ich heiße dies nicht für gut, oder aber ganz einfach nur deshalb, um eine Welle an Veränderungen losbrechen zu lassen.
    Aber nichts von all dem wird passieren.
    Kinderarbeit ist eine Tatsache. Jeder weiß davon, aber ändern will und kann es niemand. Es ist ein Problem von tausenden auf unserem Planeten.

    Die Menschen leben in einem System, das sie sich selbst geschaffen haben. In diesem System gibt es gutes und schlechtes, und gerade das hält es zusammen. Leider.
    Denn es ist nunmal ein Fakt, dass 20 % der Menschheit in Wohlstand lebt, und das auf Kosten der anderen 80 %.
    Der Luxus den man beispielsweise in Europa erleben kann, würde nie existieren, wenn nicht ein Großteil unserer Erde in furchtbarer Armut leben würde.

    Man kann versklavte Kinder befreien, man kann auch Arbeitsverträge mit Firmen auflösen die durch Kinderarbeit die Produktion am laufen halten, man könnte vielleicht versuchen die Politik in betreffenden Ländern zu ändern, Bevölkerungen aus westlichen Ländern für Hilfsprojekte gewinnen um etwas zu ändern, das alles könnte man tun. Einige versuchen es auch.
    Aber mit welchem effektiven Ergebnis? Befreit man ein Kind, werden gleichzeitig 10 neue verschleppt.
    Wir befinden uns in einem Teufelskreis den es zwar zu bändigen gilt, aber befreien werden wir uns daraus niemals.

    Es gibt Menschen, die etwas ändern wollen. Aber worauf können wir vertrauen, wenn Korruption und Geldgier in keiner politischen oder wirtschaftlichen Chefetage Halt machen? Auch nicht in Deutschland.
    Was, wenn wir Deutschen wüssten, dass unser Wohlstand in Deutschland auf Armut, Ausbeute und Kinderarbeit beruht? Würden wir unsere Lebensweise ändern, oder würden wir nicht den einfachen Weg gehen, wie bisher auch?

    Man kann Lösungen für alles finden. Aber was ist, wenn sich die Menschen überhaupt nicht ändern wollen?
    Kein Land der Erde wird von ihrer Bevölkerung geführt, geschweige denn auf dessen Meinung geachtet, sodass sich die Welt tatsächlich zum Wohle aller verändert.
    Es sind immer wirtschaftliche Interessen, politische Abhängigkeiten und zuletzt einzelne Individuen, welche die Welt beherrschen.

    Solange es die Menschheit gibt, solange wird es unter anderem auch Kinderarbeit geben.
    In einem Film heißt es laut Ernest Hemmingway: „Die Welt ist so schön, und wert, dass man um sie kämpft. Dem zweiten stimme ich zu.“

    Betrachtet man die Welt ganz nüchtern, würde ich eher sagen, ich stimme weder dem ersten, noch dem zweiten zu.

  2. Thierry

    27. April 2009 at 18:39

    Die Dokumentation ist wirklich gut gelungen und bietet sich perfekt für meine Schularbeit über Kindersklaverei in Indien.

    Meiner Meinung nach wird die Kinderarbeit auf ewig eine Kettenreaktion durch Armut und Egoismus vieler Menschen

    bleiben.

  3. Meidine

    3. Juni 2009 at 22:36

    Unser Deutschlehrer hat uns diesen Film gezeigt, haben ein wenig darüber gesprochen und nun sollen wir einen Bericht darüber schreiben. Ich finde das ist eine richtig gute Dokumentation – soweit ich das mit meinen 15 Jahren beurteilen kann.

  4. zfguhijokpl

    12. März 2011 at 13:22

    Ich habe viele dieser FIlme gesehen, weil ich ein Referat für die Schule machen muss.
    Was ich erschrekend finde ist, dass einige Deutsche Iporte das nicht sehen sehen wollen, dass ihre durch Kinderarbeit entstanden ist. Sie sind der festen überzeugung das alles in Ordnug ist und wenn man ihnen dann die Videos zeigt, sagen sie ganz unschuldig: Das wusste wir nicht, das ist ja schreicklich, wir werden sofort die Verträge kündigen etc.“ Vielleicht tue ich damit einigen Unrecht aber ich denke der Großteil weiß von der Kinderarbeit. Sie halten sich nur beide Augen zu, wenn es um das Thema geht…
    LG

  5. Razi

    5. April 2011 at 03:38

    ich versteh die problematik nicht,

    das ist normal bei uns in indien und pakistan

    es gibt keine arbeit und kein essen man muss von irgendwo geld verdienen

    wenn man helfen will sollte man die politik bzw die einstellung in europa ändern

  6. Jens

    20. Oktober 2011 at 12:58

    Ich stimme Razi hier zu:

    wenn wir in Deutschland „gut“ leben wolen, müssen wir Abstriche machen.

    Wollen wir einen Platz für 2 Mio Euro geplastert haben oder doch lieber für 250.000 €? Ich bin mir hier sehr sicher, dass das Aufschreien natürlich groß ist, wenn man hört Kinderarbeit, Skalvenarbeit usw. – wenn man jedoch selber gut 8x so tief in die Tasche greifen muss: >99% der Privathaushalte nehmen dann die gleiche Qualität zu einem Achtel des Preises – die Moral ist daei egal: keiner hat etwas zu verschenken.

    natürlich ist es gut, wenn man die Wahl hat: jeder KANN den „Kinderstein“ oder einen fairen Stein kaufen. Und das ist auch gut so. Es steht damit jedem frei.

    Und wenn man über den Tellerrand der Sendung schaut:

    Wieso gibt es die Firma Kik (und ähnliche)?? Hier werden ebenso Kinderarbiter in Bangladesh eingesetzt – hier wird ebenso in menschenunwürdigen Verhältnissen produziert. Und jeder, der nicht nur RTL-Hartz-IV-Assi TV im Fernsehen anhat, weiß GANZ genau: So preisgünstige Waren sind auf fairem Wege nicht erreichbar.

    Bevor der Jammer groß ist, sollte jeder an die eigene Nase fassen und überlegen, wie er selber einkauft. Pflastersteine, Kleidung, Lebensmittel, Elektronik usw. – wer „made in Germany“ kauft kann zumindest sicher sein, dass keine Kinder und keine sklaven gehalten werden. Nur: es will keiner bezahlen.